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Deutliche Defizite im Prozesscontrolling

Obwohl die Qualitätsansprüche an Geschäftsprozesse in den letzten drei Jahren deutlich zugenommen haben, kümmern sich die Unternehmen erst wenig um eine systematische Leistungskontrolle der Abläufe. Hauptgründe für die Defizite im Prozesscontrolling sind nach einer Erhebung unter mehr als 300 Firmen vor allem die komplexen im Geschäftsprozess-Strukturen und unzureichende Methoden zur Qualitätsbewertung.

Wie haben sich in den letzten drei Jahren Ihre Qualitätsansprüche an die Geschäfts­prozesse entwickelt?

deutlich gestiegen
44%
moderat gestiegen
29%
etwa gleich geblieben
19%
haben sich verringert
8%

44 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass die Leistungserwartungen an die Geschäftsprozesse in letzter Zeit deutlich gestiegen sind. Weitere 29 Prozent der Firmen verzeichneten in dieser Hinsicht eine moderate Entwicklung. In allen anderen Fällen blieben die Qualitätsansprüche zuletzt entweder unverändert (19 Prozent) oder sind in einer geringen Anzahl der Firmen sogar gesunken (8 Prozent).

Der deutliche Zuwachs an die Performance-Anforderungen in den Prozessen drückt sich erst bei wenigen Unternehmen in einer durchgängigen Leistungssteuerung und –kontrolle aus. So haben lediglich 19 Prozent der Firmen unternehmensweit Methoden zum Prozesscontrolling etabliert. In etwas mehr als jedem dritten Unternehmen bestehen sie wenigstens für einige betriebliche Abläufe. Fast die Hälfte der Befragten in der Studie gesteht dagegen ein, sich bisher nur in einem geringfügigen Umfang oder noch gar nicht mit dem Thema Prozesscontrolling beschäftigt zu haben.

Als Gründe für die bisherige Zurückhaltung beim Prozesscontrolling nennen 62 Prozent der Unternehmen vor allem das Problem, dass sie sich zu komplexen im Business Process-Verhältnissen gegenüber sehen und sich differenzierte Leistungsbewertungen deshalb schwierig gestalten. Aber auch der Mangel an geeigneten Methoden für das Controlling gehört für 57 Prozent zu den Gründen. Zudem führen mehr als die Hälfte der Befragten an, dass unternehmensintern keine klaren Zuständigkeiten für ein Prozesscontrolling bestehen. Außerdem ist es in jedem zweiten Fall in den Prioritäten der Organisation nicht ausreichend positioniert.